Die Währung heißt nicht Restfeuchte
Fast überall liest man Prozentangaben: zehn Prozent Restfeuchte, zwölf, dreizehn. Das klingt präzise und ist die falsche Größe.
Entscheidend ist nicht, wie viel Wasser im Material ist, sondern wie viel davon verfügbar ist. Ein Teil des Wassers ist an Zucker und Zellstrukturen gebunden und steht keinem Pilz zur Verfügung. Diese verfügbare Menge heißt Wasseraktivität, kurz aw, und läuft von 0 bis 1.
Die Branchennorm für getrocknete Blüte setzt ein Band von 0,55 bis 0,65.
Und jetzt der Punkt, der uns bei der Prüfung selbst überrascht hat: Dieselbe Norm verwirft den Feuchtegehalt ausdrücklich als Steuergröße. Sie schreibt, Messungen des Gesamtwassers spiegelten nicht wider, wie viel Wasser für mikrobielles Wachstum verfügbar sei, und seien deshalb ein ungeeignetes Mittel, es zu kontrollieren.
Eine feste Umrechnung von aw in Prozent gibt es folglich nicht – sie hängt von Sorte, Zuckergehalt und Bauform der Blüte ab. Die kursierenden Umrechnungen stehen in keiner Norm. Deshalb steht hier auch keine.